Depressionen, Medikamente und Bewegung

(Beitrag vom 01. Juni 2014)

Was kann man tun, um sich aus einer Depression zu verhelfen? Eine sehr bekannte Möglichkeit ist die Einnahme eines Antidepressivums. Dies ist in manchen Fällen nötig aber andere Behandlungsmethoden sollen in Erwägung gezogen werden. Ich finde es sehr wichtig der Frage nachzugehen, was grundlegend an der Einnahme eines Antidepressivums hilfreich ist. Wussten Sie, dass die Einnahme von Antidepressiva zum Aufbau neuer Gehirnzellen im Hippocampus führt, einem Teil des Gehirns, das für Emotion wichtig ist? Dieser Prozess im Gehirn scheint ganz ausschlaggebend für die Behandlung von Depressionen zu sein, da es Belege dafür gibt, dass sich der Hippocampus in chronisch depressiven Menschen verkleinert. 

Aber der spannende Punkt ist, dass es nicht nur Medikamente sind, die den Aufbau neuer Gehirnzellen aktivieren und somit zur Bekämpfung von Depressionen eingesetzt werden können. Diverse Studien belegen, dass Sport den Aufbau neuer Gehirnzellen im Hippocampus aktiviert. Beispielsweise verglich eine Studie im 2007 zwei Gruppen von Menschen, die unter Depressionen litten. Eine Gruppe erhielt ein Antidepressivum während die andere Gruppe kein Antidepressivum erhielt aber regelmäßig Sport gemacht hat. Zwei Jahre später hatten die Teilnehmer der Sport-Gruppe im Vergleich zu den Teilnehmern der Medikamenten-Gruppe weniger Depressionen. Jede 50 Minuten Einheit von Sport pro Woche korrelierte mit einer 50% Abnahme der Depression.
Sport hat also eine sehr effektive antidepressive Wirkung, weil sie ähnlich wie Antidepressiva den Abbau von Zellen im Hippocampus rückgängig macht.

Literatur: Blumenthal, James A. PhD et. al (2007). Exercise and Pharmacotherapy in the Treatment of Major Depressive Disorder, Psychosomatic Medicine 69:587-596; O’Hanlon, Bill (Dezember 2013). Vortrag: Six Non-Medication Ways to Relieving Depression. Anaheim, Kalifornien.